Daniel Miller kritisiert Michel Callons »Rahmentheorie«: Callon - der Soziologe - geht davon aus, dass sich der »Markt« innerhalb
eines Rahmens ausbilde, den die wirtschaftlichen Akteure in
einem konkreten Raum, beispielsweise in Büros oder an der Börse, performativ hervorbringen. Miller - der Ethnologe - geht hingegen davon aus, dass innerhalb
dieses Rahmens Rituale stattfänden, die die Annahme eines »Marktes« außerhalb
dieses Rahmens zu festigen vermögen.
Bei Michel Callon gibt es also einen Rahmen, dessen Innenseite mit allerlei Praktiken durchsetzt wird, um aus ihm einen Markt zu machen, was nicht zuletzt heißt, ihn von all dem zu bereinigen, was es sonst noch - außerhalb - gibt. Der Markt ist innen. Bei Daniel Miller dagegen befinden sich im Rahmen Rituale, die aber gerade dazu da sind, einen Markt außerhalb des Rahmens zu beschwören. Der Markt ist außen.
Bei Michel Callon gibt es also einen Rahmen, dessen Innenseite mit allerlei Praktiken durchsetzt wird, um aus ihm einen Markt zu machen, was nicht zuletzt heißt, ihn von all dem zu bereinigen, was es sonst noch - außerhalb - gibt. Der Markt ist innen. Bei Daniel Miller dagegen befinden sich im Rahmen Rituale, die aber gerade dazu da sind, einen Markt außerhalb des Rahmens zu beschwören. Der Markt ist außen.
So geht Miller etwa davon aus, dass Unternehmensberater angeheuert
würden, um »Als ob«-Szenarien durchzuspielen, die den Marktprinzipien
entsprechen, um so die tatsächliche Art und Weise, wie Geschäfte
ablaufen - etwa darüber, verschiedene Gruppen und ihre Interessen für
ein Produkt intuitiv oder durch langjährigen Kundenkontakt zu verstehen - »marktideologisch« abzustützen (diese Praktiken sind es, die Miller als »Virtualism« bezeichnet, eine Art Idealisierung
oder Abstrahierung des Marktes, auf die man sich stützen oder rituell
beziehen kann)
Was Miller an Callon vor allem stört, ist die Überbetonung der »kalkulatorischen« Performativität - offenbar ist wirtschaftliches Handeln nicht auf Rechenschiebereien beschränkt, sondern auch auf sich nicht in Zahlen ausdrückende Aktivitäten.
Was Miller an Callon vor allem stört, ist die Überbetonung der »kalkulatorischen« Performativität - offenbar ist wirtschaftliches Handeln nicht auf Rechenschiebereien beschränkt, sondern auch auf sich nicht in Zahlen ausdrückende Aktivitäten.